Engerthstraße 163
1020 Wien
Österreich

Als das Integrationshaus 1995 in der Wiener Engerthstraße aufmachte, wohnten zwölf Menschen darin. 2025 nutzten 4.869 Menschen die Angebote des Vereins Projekt Integrationshaus, der das Haus und alle Projekte drumherum betreibt. Getragen wird das von mehr als 190 Mitarbeiter*innen, die gemeinsam über 40 Sprachen sprechen. Wer hier arbeitet, begleitet geflüchtete und zugewanderte Menschen von der Ankunft bis in Ausbildung und Beruf.
Sechs Fachbereiche teilen sich diese Arbeit auf. In den Wohnbereichen am Standort Engerthstraße und in den sozialpädagogischen Wohngemeinschaften in der Schweidlgasse lebten 2025 insgesamt 246 Personen, viele davon mit besonderem Betreuungsbedarf: unbegleitete minderjährige Jugendliche, Alleinerziehende, Menschen nach Flucht- und Gewalterfahrungen. In der Beratungsstelle nebenan prüfen Jurist*innen Asylverfahren und beraten unabhängig zum Fremdenrecht. In der Wehlistraße unterrichten Basisbildner*innen Deutsch und Grundkompetenzen, und im Jugendcoaching m.o.v.e. on sitzen Coaches mit jungen Leuten zusammen, die den nächsten Schritt in Schule oder Lehre suchen. 3.903 Menschen nahmen 2025 eine Beratung in Anspruch, 440 einen Kurs oder ein Bildungsprojekt.
Die Berufsbilder sind entsprechend breit. Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Psychotherapie und psychosoziale Betreuung, Rechtsberatung, Erwachsenenbildung und Jugendcoaching arbeiten hier im selben Haus, dazu Verwaltung, Finanzen, Personalentwicklung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising. Jeder Fachbereich hat eine eigene Leitung. Das macht das Integrationshaus zu einem der wenigen Orte in Österreich, an denen Unterbringung, Recht, Bildung und Therapie nicht auf verschiedene Träger verteilt sind, sondern an einem Tisch.
Der Anfang war eine Bürgerbewegung. Nach dem Lichtermeer von 1993, bei dem 300.000 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit demonstrierten, gründete eine Gruppe rund um den Musiker Willi Resetarits den Verein. Seither ist das Haus stetig gewachsen: 1997 kam die Migrantinnenakademie dazu, 2001 die sozialpädagogischen Caravan-Wohngemeinschaften, 2005 die Beratungsstelle, 2016 das Jugendcollege. Für die Kinderschutzarbeit gab es dreimal den österreichischen Kinderschutzpreis MYKI. Das Österreichische Spendengütesiegel führt der Verein seit Dezember 2011.
Einsteigen kann man auf mehreren Wegen. Neben offenen Stellen bietet der Verein facheinschlägige Praktika, Zivildienstplätze, ein Freiwilliges Soziales Jahr und freiwillige Mitarbeit an, und Initiativbewerbungen sind ausdrücklich willkommen. Dass sich Wege hier auch über Jahrzehnte fortsetzen, zeigt der Vereinsvorsitz: Christian Schmaus, Wiener Rechtsanwalt und Asylrechtsexperte, hat vor rund 20 Jahren die unabhängige Rechtsberatung im Integrationshaus aufgebaut, sitzt seit 2017 im Vorstand und übernahm 2026 den Vorsitz. Die operative Geschäftsführung liegt bei Susanne Lettner und Martin Wurzenrainer. Konkrete Gehaltsangaben oder das anzuwendende Kollektivvertragsschema veröffentlicht der Verein auf seiner Website nicht; das erfährt man im Bewerbungsgespräch. Öffentlich sichtbar ist dafür, wie sehr das Haus in Wien verankert ist: Der Flüchtlingsball im Wiener Rathaus findet seit den Anfängen des Vereins statt, Jahr für Jahr.
Engerthstraße 163
1020 Wien
Österreich