Wildbergstraße 10a
4040 Linz
Österreich

Wer in Oberösterreich mitten in einer psychischen Krise zum Telefon greift, landet oft bei einer Nummer, hinter der auch EXIT-sozial steht: 0732/2177, rund um die Uhr besetzt. Die Krisenhilfe OÖ trägt der Linzer Verein gemeinsam mit pro mente OÖ, dem Roten Kreuz, der Telefonseelsorge und der Notfallseelsorge. Angefangen hat das Ganze 1981, damals noch als Verein für psychiatrische Nachsorgeeinrichtungen. Heute arbeiten hier rund 160 Menschen.
Die Arbeit beginnt fast immer mit einem Gespräch. In den psychosozialen Beratungsstellen in Linz, Eferding und Bad Leonfelden reicht sie vom ersten Erstgespräch über längerfristige Psychotherapie bis zur fachärztlichen Behandlung im eigenen Ambulatorium für Sozialpsychiatrie, das seit Jänner 2003 nach dem oberösterreichischen Krankenanstaltenrecht bewilligt ist. Beraten wird kostenlos, auf Wunsch anonym. Dazu kommt die Wohnbetreuung: Menschen mit psychischen Erkrankungen werden dort begleitet, wo sie leben, in eigenen Wohnungen ebenso wie in Wohngemeinschaften. Ein Teil dieser Arbeit ist forensische Nachsorge, also die Begleitung von Menschen nach dem Maßnahmenvollzug, unter anderem in einer eigenen Frauen-Wohngemeinschaft und mitfinanziert vom Justizministerium.
Manches davon findet man in dieser Form selten. In der Peerberatung geben Menschen mit eigener Krisenerfahrung ihr Wissen an andere Betroffene weiter. Das Netzwerk Stimmenhören richtet sich an Personen, die Stimmen hören, und behandelt das nicht zuerst als Symptom, sondern als Erfahrung, über die man sprechen kann. Es gibt Angebote für Gewaltopfer, für Menschen nach Arbeitsunfällen, für Betroffene von Messie-Syndrom, dazu Treffpunkte und einen Kost-Nix-Laden. Über der ganzen Arbeit steht seit den Anfängen ein Leitsatz aus der Tradition der Demokratischen Psychiatrie: Freiheit heilt. Das ist keine Dekoration, sondern der Grund, warum hier auf Zwang verzichtet und auf Teilhabe gesetzt wird.
Entsprechend breit ist das Berufsspektrum. In den Wohneinrichtungen begleiten Fachsozialbetreuerinnen und Pflegekräfte den Alltag, in den Beratungsstellen arbeiten Psychologinnen, Psychotherapeuten und Sozialarbeiterinnen, im Ambulatorium Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie. Dazu kommen Verwaltung und NPO-Management. Der Verein nimmt regelmäßig Praktikantinnen und Zivildiener auf, und er stellt laufend ein, zuletzt sechs bis zehn Personen pro Jahr (karriere.at, abgerufen 31.07.2026). Verteilt ist die Belegschaft auf rund 17 Standorte in Linz, Eferding, Urfahr-Umgebung und Linz-Land, die meisten zentral gelegen und öffentlich gut erreichbar. Als Leistungen für Mitarbeitende nennt der Verein Fort- und Weiterbildung, den Besuch von Fachtagungen, Supervision und gemeinsame Teamveranstaltungen.
Wer auf Stabilität schaut: Die Finanzierung kommt im Wesentlichen von Land Oberösterreich, Sozialversicherungsträgern und dem Bundesministerium für Justiz, also von öffentlicher Hand mit langfristigen Versorgungsaufträgen. Geführt wird der Verein von einer kaufmännischen und einer fachlichen Geschäftsführung, den Vorstand leitet seit 2021 der frühere Gesundheitsminister Alois Stöger. Ein Detail fehlt allerdings auf der Website: Zu Gehaltsschema, Einstufung und Zusatzleistungen macht EXIT-sozial öffentlich keine genauen Angaben, danach fragt man im Bewerbungsgespräch am besten direkt. Die Bewerbungen laufen über jobs@exitsozial.at, ausgeschrieben werden neben Vollzeitstellen auch Teilzeitmodelle mit 18 oder 30 Wochenstunden und fallweise Beschäftigungen in Wohnen und Freizeit.
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