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Bewerbung

Drei Wochen Funkstille: Wie Sie nach der Bewerbung im Spital, Heim oder in der Ordination richtig nachfassen

Anna-Maria Inzinger
09. August 2026 · 4 Min. Lesezeit
Drei Wochen Funkstille: Wie Sie nach der Bewerbung im Spital, Heim oder in der Ordination richtig nachfassen

Die Bewerbung ist weg. Und dann passiert: nichts. Kein Eingangsmail, kein Anruf, zwei Wochen lang gar nichts. Fast jede:r Berufseinsteiger:in in Pflege, MTD oder Ordinationsassistenz kennt dieses Loch – und die Frage, ob ein Anruf jetzt Interesse zeigt oder nur nervt. Es gibt darauf eine ziemlich praktische Antwort.

Zuerst die Entwarnung: Dass sich ein Krankenhaus nicht binnen drei Tagen meldet, sagt nichts über Ihre Bewerbung. Größere Häuser haben mehrere Stationen in der Kette – die Personalabteilung sammelt, die Pflegedirektion oder die zuständige Abteilungsleitung sichtet, und die Bereichsleitung, die Sie am Ende im Dienstplan haben will, sitzt selbst gerade im Dienst. In einer Ordination oder einem kleinen Pflegeheim geht es oft deutlich schneller, weil die Person, die liest, auch die Person ist, die entscheidet.

Trotzdem gibt es einen Punkt, ab dem Warten in Passivität kippt.

Der Zeitpunkt: rund drei Wochen, nach dem Gespräch ein bis zwei

Das AMS nennt für die Bewerbung selbst eine klare Marke: Bleibt eine Rückmeldung „für längere Zeit (rund drei Wochen)“ aus, sollte man aktiv werden – zuerst im eigenen Spam-Ordner nachsehen, dann höflich nachfragen, per E-Mail oder telefonisch. Zum Telefonat schränkt das AMS ausdrücklich ein: Es sei „nur ratsam, wenn Sie die Durchwahl Ihrer Ansprechperson haben“. Und noch ein Detail, das viele falsch machen: Eine Lesebestätigung anzufordern, rät das AMS ab – das wirke „zu fordernd“.

Nach einem geführten Vorstellungsgespräch ist die Frist kürzer. „Ein bis zwei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch können Sie sich telefonisch oder per E-Mail über den Stand des Bewerbungsprozesses informieren“, heißt es beim AMS. Davor ist eine kurze Dankes-E-Mail an die Person, die das Gespräch geführt hat, der elegantere Weg, Interesse zu zeigen.

Wen Sie anrufen – und wann am Tag

Im Gesundheitswesen entscheidet die Uhrzeit mit. Rufen Sie nicht in die Dienstübergabe hinein und nicht in die Visitenzeit. Der späte Vormittag ist meist der ruhigste Moment, in Ordinationen eher außerhalb der Ordinationszeiten. Wenn im Inserat eine Pflegedirektion, eine Stationsleitung oder eine Ordinationsleitung namentlich steht, ist das Ihre Ansprechperson – nicht die allgemeine Zentrale.

Legen Sie sich vorher hin, was Sie brauchen. Das AMS empfiehlt für Telefongespräche im Bewerbungsprozess, „Ihre Bewerbungsunterlagen und auch die Stellenanzeige während des Telefoninterviews immer griffbereit“ zu halten, und einen ruhigen Platz mit gutem Empfang. Das gilt für den Nachfass-Anruf genauso – denn er kann jederzeit in ein echtes Gespräch kippen.

Ein Satz, der funktioniert:

  • „Guten Tag, mein Name ist Lena Berger, ich habe mich am 14. Juli auf die Stelle als Pflegefachassistentin auf der Internen B beworben. Ich wollte kurz nachfragen, ob meine Unterlagen angekommen sind und wann Sie mit einer Entscheidung rechnen.“

Datum, Position, Station, eine Frage. Keine Rechtfertigung, keine zweite Selbstpräsentation. Wenn ein Termin genannt wird, notieren Sie ihn – und melden sich erst danach wieder.

Wenn plötzlich die Gehaltsfrage kommt

Sie ruft man wegen des Stands an und wird nach der Gehaltsvorstellung gefragt. Deshalb sollte eine Zahl vorbereitet sein. Eine Orientierung geben die Inserate selbst: Von den derzeit 3.167 auf medjobs.at ausgeschriebenen Stellen nennen 619 eine Gehaltsangabe – rund jede fünfte. Der Median dieser Angaben liegt bei 3.300 Euro brutto im Monat, die mittlere Bandbreite bei 2.748 bis 4.019 Euro. Für DGKS/DGKP liegt der Median bei 3.409 Euro, für Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz bei 2.949 Euro, in Wien über alle Bereiche bei 3.567 Euro (eigene Auswertung der aktuell auf medjobs.at ausgeschriebenen Stellen, Stand 09.08.2026).

Wichtig: Das sind ausgeschriebene Mindestgehälter, nicht das, was am Ende am Dienstzettel steht. Anrechenbare Vordienstzeiten, Zulagen und Nacht- oder Wochenenddienste kommen dazu. Die Zahl aus dem Inserat ist Ihr Boden, nicht Ihr Ziel.

Und wenn es eine Absage wird

Fragen Sie nach dem Grund – kurz, sachlich, per Mail. Viele Häuser antworten darauf, und bei Berufseinsteiger:innen ist die Antwort oft schlicht „noch keine abgeschlossene Registrierung“ oder „wir haben intern besetzt“. Das ist brauchbare Information für die nächste Bewerbung.

Ein Punkt, den kaum jemand kennt: Wer zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch eingeladen wurde, hat nach Auskunft der Arbeiterkammer Steiermark grundsätzlich Anspruch auf Aufwandersatz – genannt werden Kilometergeld und Übernächtigungsgeld –, sofern der Ersatz nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde. Die AK dokumentiert einen Fall, in dem nach ihrer Intervention 250 Euro Kilometergeld nachgezahlt wurden. Ob das in Ihrem Fall greift, hängt von der konkreten Einladung ab; eine Beratung bei der zuständigen Arbeiterkammer klärt das schneller als jede Vermutung.

Wenn Sie also für ein Gespräch von Graz nach Korneuburg fahren: Heben Sie die Einladung auf, und lesen Sie nach, ob darin ein Satz zu den Fahrtkosten steht.

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Quellen

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