

VertretungsNetz
Über das Unternehmen
Manche Menschen können über zentrale Fragen ihres Lebens vorübergehend oder dauerhaft nicht selbst entscheiden, etwa weil sie psychisch erkrankt oder intellektuell beeinträchtigt sind. Dann bestellt ein Gericht eine Vertretung. Diese Aufgabe übernehmen bei VertretungsNetz rund 1.500 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, österreichweit und im Auftrag der Justiz.
Der Verein arbeitet in drei Feldern. Erwachsenenvertreterinnen und -vertreter erledigen für ihre Klientinnen und Klienten Behördengänge, regeln Finanzen oder Wohnungsfragen und halten dabei regelmäßig persönlichen Kontakt. In der Patientenanwaltschaft geht es um die Rechte von Menschen, die ohne ihr Einverständnis in einer Psychiatrie untergebracht sind. Die Bewohnervertretung prüft, ob freiheitsbeschränkende Maßnahmen in Heimen und Krankenhäusern überhaupt zulässig sind. Im Kern steht jedes Mal dieselbe Frage: Was will dieser Mensch wirklich?
Den Anfang machte 1980 ein Verein für Sachwalterschaft. Aus ihm wuchsen über die Jahre zwei weitere Arbeitsbereiche heraus, die Patientenanwaltschaft und die Bewohnervertretung; seit 2007 treten alle gemeinsam als VertretungsNetz auf. Heute ist der Verein in allen Bundesländern außer Vorarlberg präsent, von Wien über die Steiermark bis Tirol. Geführt wird er seit Anfang 2024 von einer Doppelspitze: Gerlinde Heim verantwortet die fachliche, Ulrike Aufhauser die wirtschaftliche Leitung. Die Arbeit ist gemeinnützig und nicht auf Gewinn ausgerichtet, finanziert über das Bundesministerium für Justiz, in dessen Auftrag der Verein tätig ist.
Wer hier anfängt, kommt meist aus der Sozialarbeit, der Rechtswissenschaft, der Psychologie, der Pädagogik oder der Soziologie. Ins kalte Wasser wird niemand geworfen. Neue Kolleginnen und Kollegen durchlaufen ein eigenes Einschulungscurriculum, in der Erwachsenenvertretung steht ihnen zusätzlich ein Buddy zur Seite. Fortbildung und Supervision zahlt der Verein, Homeoffice und Gleitzeit sind möglich, ab dem 43. Lebensjahr kommt eine sechste Urlaubswoche dazu. Ein Erwachsenenvertreter mit 40 Wochenstunden verdient laut aktueller Stellenausschreibung mindestens 3.411,90 Euro brutto im Monat.
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