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Bis zu 2.000 Schritte legt ein Patient in einer Stunde im Lokomat zurück. In der klassischen Gangtherapie sind es 50 bis 250. Um genau diesen Unterschied herum hat tech2people in der Wiener Seestadt ein ambulantes Therapiezentrum gebaut, in dem Physio- und Ergotherapie mit robotergestützten Geräten zusammenarbeiten. Behandelt werden Menschen nach Schlaganfall, mit Multipler Sklerose, Parkinson, Querschnittlähmung oder Cerebralparese, ambulant und ohne stationären Aufenthalt.
Das Zentrum liegt im HoHo Wien an der Janis-Joplin-Promenade, fünfter Stock, wenige Minuten von der U2-Station Seestadt entfernt. Eröffnet wurde es im November 2023. Dreizehn Gerätetypen stehen dort im Einsatz: der Lokomat Pro für das Gangtraining, das bionische Exoskelett EksoNR, Amadeo für Hand und Finger, der C-Mill mit virtuellen Alltagssituationen, dazu Hirob, das die Bewegung eines Pferderückens nachahmt und die Rumpfstabilität fördert. Zur Eröffnung nannte das Unternehmen über 20 robotische Geräte im Wert von rund 1,5 Millionen Euro; bis zu 500 Patientinnen und Patienten pro Jahr können hier versorgt werden (OTS-Aussendung, 8.11.2023). Gefördert wurde der Aufbau unter anderem von der UNIQA Privatstiftung und Wings for Life.
Gegründet wurde tech2people 2018, unter anderem von Gregor Demblin, der seit einem Unfall 1995 selbst querschnittgelähmt ist. Rechtsträger des Therapiezentrums ist die therapy2people GmbH mit Sitz in Wien-Donaustadt, Geschäftsführer ist Philipp Bruchbacher.
Das Team ist überschaubar und fachlich breit. Rund zehn Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten im Haus, Physiotherapie und Ergotherapie zu etwa gleichen Teilen, drei davon als Lead Therapists mit fachlicher Verantwortung. Dazu kommen ein Organisationsteam aus Neurorehabilitation, Medizintechnik, Gesundheitsmanagement und Front Office sowie externe Fachleute für wissenschaftliche Beratung, Case-Management und Trauerbegleitung. Eine offizielle Mitarbeiterzahl veröffentlicht das Unternehmen nicht, die Teamseite listet insgesamt rund 23 Personen. Im Team werden acht Sprachen gesprochen, von Kroatisch über Französisch bis Bengali und Tibetisch.
Elf Therapiebereiche gehören zum Angebot. Neben Physio- und Ergotherapie und der gerätegestützten Therapie sind das unter anderem Logopädie, pädiatrische Therapie, medizinische Trainingstherapie und psychosoziale Beratung. Wer als Physiotherapeutin oder Ergotherapeut hier anfängt, arbeitet also nicht nur an Geräten, sondern in einem Haus, in dem ein Kind mit Cerebralparese und ein Erwachsener nach Schlaganfall am selben Tag behandelt werden. Die Technik übernimmt dabei die Wiederholung und macht Fortschritte messbar; die Einschätzung, was ein Mensch als Nächstes braucht, bleibt bei den Therapeutinnen und Therapeuten. Genau so beschreibt es auch COO Isolde Schurz-Klee in einem Porträt der Seestadt-Entwicklungsgesellschaft.
Der Standort ist barrierefrei geplant und öffentlich gut erreichbar, was für Patientinnen und Patienten mit Rollstuhl den Ausschlag gab. Ausgeschrieben ist derzeit eine Stelle für Physiotherapeut:innen in der Seestadt, in Vollzeit oder in Teilzeit ab 24 Wochenstunden.
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