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In der Sandgasse 36 im vierten Stock sitzen Leute, deren Job es ist, andere beim Firmengründen zu begleiten. Seit 2002 sind hier nach eigenen Angaben über 200 High-Tech-Projekte zu Unternehmen geworden. Die Stadt Graz zählte in einem Stadtsenatsbeschluss 2022 rund 195 unterstützte Firmen mit mehr als 1.250 Arbeitsplätzen. Das Team dahinter ist überschaubar: derzeit rund 14 Personen.
Eigentümer der GmbH sind die Technische Universität Graz, die Karl-Franzens-Universität und die Medizinische Universität Graz. Das erklärt das Geschäft: Science Park Graz holt Ideen aus Laboren und Instituten heraus und bringt sie in Richtung Markt. Wer aufgenommen wird, bekommt 18 Monate Begleitung, einen Arbeitsplatz im Haus, Zugang zur hauseigenen SPG Academy und Hilfe beim Weg durch die österreichische Förderlandschaft. Das kostet die Teams nichts, und der Inkubator nimmt dafür keine Firmenanteile.
Das zweite Standbein ist Raumfahrt. Seit 2016 koordiniert Science Park Graz das ESA BIC Austria, das österreichische Business Incubation Centre der Europäischen Weltraumorganisation, gemeinsam mit dem accent Inkubator in Wiener Neustadt und Startup Salzburg. Zwölf Firmen pro Jahr werden dort aufgenommen. Damit hängt das Haus an einem europäischen Netzwerk, das laut eigener Darstellung in mehr als 20 Ländern über 1.100 Start-ups begleitet hat. Für Beschäftigte heißt das: Die Gespräche laufen oft auf Englisch, und die Teams am Tisch kommen aus Medizintechnik, Software oder Satellitenanwendungen.
Den größten Teil der Belegschaft stellen die Innovation Consultants. Sie gehen mit Gründerinnen und Gründern Businesspläne durch, rechnen Finanzierungsmodelle nach und üben Pitches vor Investoren. Daneben braucht es Controlling und Reporting, weil öffentliche Fördermittel sauber abgerechnet werden wollen, dazu eine operative Leitung für den laufenden Betrieb. Geführt wird die Gesellschaft seit 2016 von Martin Mössler.
Die Eigentümerstruktur ist der eigentliche Unterschied zu einem privaten Accelerator. Drei Universitäten als Gesellschafter, eine seit 2002 durchgehend im Firmenbuch eingetragene Gesellschaft und öffentliche Programmfinanzierung bedeuten einen Arbeitgeber, der nicht vom nächsten Fundraising abhängt. Zu Gehaltsbändern und Benefits veröffentlicht das Haus allerdings wenig; Konkretes steht jeweils in den einzelnen Stellenausschreibungen. Im ESA-Programm bekommt jedes aufgenommene Team 50.000 Euro, ohne dass Science Park Graz dafür Anteile übernimmt.
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