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Fünf gebrauchte Pressen und sieben Mitarbeiter. So hat Oswald Kienbacher sen. 1965 angefangen. Heute laufen in Pfarrkirchen bei Bad Hall Spritzgussmaschinen mit bis zu 27.000 kN Schließkraft, und die Teile, die dort entstehen, stecken in Fahrzeugen von Audi, BMW, Mercedes-Benz und Rolls-Royce. Der Betrieb ist bis heute in Familienbesitz.
Kienbacher fertigt Kunststoffteile, die Hitze und Belastung aushalten müssen: Verkleidungen im Innenraum von Sportwagen, aerodynamische Bauteile an Lastwagen, Komponenten für Fahrzeug-Klimasysteme. Gearbeitet wird im Spritzguss, auch im Zwei-Komponenten- und im Insert-Verfahren, bei dem Metall direkt mit umspritzt wird. Die Bandbreite ist beachtlich. Ein Bauteil kann drei Gramm wiegen oder neuneinhalb Kilogramm, das zugehörige Werkzeug bis zu 45 Tonnen. Rund 1,9 Millionen Kleinteile und etwa 500.000 größere Teile verlassen das Werk laut Unternehmensangaben jeden Monat.
Der Standort in Pfarrkirchen bei Bad Hall in Oberösterreich besteht seit 2003 und umfasst 4.000 Quadratmeter Produktionsfläche; im Firmenbuch ist die Gesellschaft heute als Oswald Kienbacher GmbH eingetragen. Als Direktlieferant der Automobilindustrie arbeitet das Unternehmen nach IATF 16949 und ist zusätzlich nach ISO 9001 und ISO 14001 zertifiziert, für Lieferungen nach China kommt die CCC-Zertifizierung dazu. Wer hier in der Qualitätssicherung oder Fertigung anfängt, arbeitet also in einem Umfeld, in dem jedes Bauteil dokumentiert und jede Maschine über MES angebunden ist. Die Werkzeuge für die eigene Serienfertigung baut das Haus zum Teil selbst.
Genau dieser eigene Werkzeugbau erklärt, warum im Betrieb zwei sehr unterschiedliche Lehrberufe ausgebildet werden. Kunststofftechnologinnen und Kunststofftechnologen stehen an den Spritzgussmaschinen, Metalltechniker mit Schwerpunkt Werkzeugbau bauen und warten die Formen dazu. Beides ist auch als Lehre mit Matura möglich, und Lehrlinge sind nach Angaben des Unternehmens von Beginn an in laufende Projekte eingebunden. Auch erfahrene Fachkräfte finden Aufgaben, die über reine Produktion hinausgehen, etwa in der Projekttechnik für Automotive-Kunden. Auf karriere.at gibt Kienbacher eine Größe von 51 bis 100 Beschäftigten an und besetzt dort nach eigenen Angaben sechs bis zehn Stellen pro Jahr; eine exakte, tagesaktuelle Mitarbeiterzahl veröffentlicht das Unternehmen nicht. Die Geschäftsführung teilen sich Oswald Kienbacher, der die Firma 1987 vom Gründer übernommen hat, und Daniel Kienbacher.
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