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Rund 100 Insassinnen und Insassen werden hier an einem durchschnittlichen Tag in der Ambulanz behandelt. In der Wickenburggasse im achten Wiener Bezirk, baulich direkt mit dem Landesgericht für Strafsachen verbunden, steht die größte Justizanstalt Österreichs. Vollzogen werden Untersuchungshaft und Freiheitsstrafen bis zu achtzehn Monaten. Zum Haus gehören außerdem eine eigene Sonderkrankenanstalt, ein Jugenddepartment und eine Frauenabteilung.
Justizwachebedienstete versehen Dienst in den Abteilungen, in den Wachzimmern und in den Werkstätten der Anstalt. Sie sind damit nicht allein. Der psychologische und der psychiatrische Dienst arbeiten hier ebenso wie der soziale Dienst, das Pflegepersonal und Seelsorgerinnen und Seelsorger verschiedener Bekenntnisse; der Schwerpunkt der Betreuung liegt auf psychosozialer Stabilisierung, Krisenintervention und Gesundheitsvorsorge. Die Sonderkrankenanstalt versorgt nicht nur das eigene Haus, sondern nimmt auch Insassen aus anderen österreichischen Justizanstalten zur Behandlung auf.
Ausbildung gehört hier zum Alltag. Das Lernzentrum bietet Computergrundkurse, den Europäischen Computerführerschein und Deutschkurse auf A1- und A2-Niveau an, dazu die Ausbildung zum Staplerfahrer samt Erste-Hilfe-Kurs. Die ECDL-Zertifizierung betreut es gleich für neun Justizanstalten mit. Zehn Berufe lassen sich in Schnupperlehren ausprobieren, darunter KFZ-Technik, Keramik und Buchbinderei. Im Jugenddepartment sind im Schnitt knapp sechzig männliche Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sowie junge Erwachsene bis 21 Jahre untergebracht; für sie gibt es Pflichtschulunterricht im Haus, dazu Sport-, Musik- und Kreativgruppen.
Produziert wird ebenfalls im Haus. Bäckerei, Schlosserei und Buchbinderei zählen zu den eigenen Betrieben, drei Unternehmerbetriebe erledigen Verpackungs- und Sortierarbeiten für externe Auftraggeber.
Der Arbeitgeber im Hintergrund ist die Republik. Rund 4.000 Menschen arbeiten im österreichischen Strafvollzug, 78,7 Prozent davon im Justizwachdienst und 13,6 Prozent in den Fachdiensten, etwa als Ärztinnen, Psychologen oder Sozialarbeiterinnen (justiz.gv.at, abgerufen am 8. August 2026). Wer in den Justizwachdienst einsteigt, absolviert zuerst eine einjährige Grundausbildung: vier Wochen Einführung in einem der Ausbildungszentren in Wien, Graz, Stein oder Linz, ein 26-wöchiges Grundlagenmodul mit Recht, Psychologie, Kommunikation und Einsatztraining, zwölf Wochen Praxis in jener Anstalt, in der man später Dienst tut, und am Ende die Dienstprüfung. Bundesweit waren am 3. August 2026 10.113 Personen in Haft.
Das Haus ist alt und wird gerade gründlich erneuert. Eröffnet wurde der Bau 1839. Seit Herbst 2023 sanieren Justizministerium und Bundesimmobiliengesellschaft den Komplex bei laufendem Betrieb: 107.852 Quadratmeter Nettoraumfläche, mehr als 110 Einzelmaßnahmen in acht Bauphasen, 248,5 Millionen Euro, Fertigstellung geplant für Ende 2032. Große Hafträume werden in kleinere Einheiten geteilt, die Sonderkrankenanstalt saniert, eine neue Sicherheitszentrale errichtet.
Wie viele Bedienstete genau in der Josefstadt Dienst versehen, weist die Justiz nicht anstaltsweise aus. Geleitet wird die Anstalt seit August 2020 von Hofrätin Mag.a Krista Schipper, Stellvertreterin ist Hofrätin Mag.a Kerstin Mitsch. Die laufende Ausschreibung für den Justizwachdienst in der Region Wien, Niederösterreich und Burgenland nennt die Justizanstalt Wien-Josefstadt ausdrücklich und läuft bis 31. Dezember 2026.
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