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Acht Kundenservicestellen betreibt die Österreichische Gesundheitskasse in Kärnten, von Hermagor im Westen bis Wolfsberg im Lavanttal. Zusammengehalten werden sie von der Landesstelle in der Klagenfurter Kempfstraße. Wer hier arbeitet, erklärt einer Pensionistin die Rezeptgebührenbefreiung und stellt eine Stunde später einem Lehrling die erste e-card aus. Bei der ÖGK versichert sind rund 82 Prozent aller Menschen in Österreich.
Die Aufgabe klingt trocken und ist ziemlich groß. Die ÖGK hebt die Krankenversicherungsbeiträge ein und bezahlt davon die Versorgung ihrer Versicherten, vom Arztbesuch bis zur Reha nach der Hüftoperation. Sie verhandelt außerdem die Verträge mit der Ärzteschaft, in denen steht, was eine Leistung wert ist. 7,6 Millionen Menschen sind auf diesem Weg abgesichert. Eine Risikoauswahl wie bei privaten Versicherern kennt das System nicht: Wer beitragspflichtig ist, ist versichert, ob krank oder gesund.
Die Kasse selbst ist jung, ihre Wurzeln sind es nicht. Am 1. Jänner 2020 fusionierten die neun Gebietskrankenkassen zu einem Träger, aus der Kärntner wurde die Landesstelle Kärnten. Mitreden dürfen die Kärntner weiterhin. Im Landesstellenausschuss sitzen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter aus dem Land, den Vorsitz teilen sich seit Februar 2025 der Landesgeschäftsführer des ÖGB Kärnten und die Direktorin des Wirtschaftsbundes Kärnten, im Halbjahreswechsel.
Wer an eine Krankenkasse denkt, denkt an Schalter und Formulare. Das greift zu kurz. Fünf eigene Zahngesundheitszentren führt die ÖGK allein in Kärnten, in Klagenfurt und Villach ebenso wie in Spittal an der Drau, Völkermarkt und Wolfsberg; behandelt wird dort von angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten. In der Verwaltung prüfen Sachbearbeiterinnen die Anträge auf Leistungen, im Kundenservice sitzen die Menschen, die erklären, warum etwas bewilligt wird und warum nicht, und IT-Leute halten die Systeme hinter e-card und Abrechnung am Laufen. Lehrlinge bildet das Haus ebenfalls aus.
Bezahlt wird nach einem transparenten Gehaltsschema, das für alle gleich gilt; einen Gender-Pay-Gap gibt es dadurch nach Angaben der ÖGK nicht. Die Verwaltung arbeitet in Gleitzeit, Homeoffice ist möglich. Für die Weiterbildung gibt es interne Angebote und den Campus der Sozialversicherung, dazu kommen eine betriebliche Pensionskasse und ein Essenszuschuss. Wie viele Beschäftigte auf Kärnten entfallen, weist die ÖGK öffentlich nicht aus. Österreichweit sind es rund 13.000 an etwa 150 Standorten.
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