

Sandoz GmbH
Über 200 Millionen Packungen Medikamente verlassen jedes Jahr das Werk in Kundl und gehen in rund 100 Länder. Sandoz GmbH betreibt dort die letzte vollständig integrierte Antibiotika-Produktion der westlichen Welt, vom Wirkstoff bis zur fertigen Tablette an einem Ort. Angefangen hat das 1946 in einer stillgelegten Brauerei. Heute arbeiten in Österreich rund 2.700 Menschen aus mehr als 60 Nationen für das Unternehmen.
Sandoz stellt Generika und Biosimilars her: Nachfolgepräparate von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist, und Nachfolgeprodukte biotechnologisch erzeugter Arzneimittel. Was das praktisch bedeutet, ist schnell erklärt. Therapien, die zuvor teuer waren, werden für breite Patientengruppen bezahlbar. In Kundl liegt der Schwerpunkt auf Antibiotika, allen voran Penicillin.
Die Geschichte des Standorts beginnt 1946 in den Räumen einer stillgelegten Kundler Brauerei. Zwei Jahre später gelang dort ein am Menschen anwendbares, injizierbares Penicillin, und kurz darauf entdeckten die Kundler Forscher Ernst Brandl und Hans Margreiter das weltweit erste säurestabile Penicillin V, das Patienten schlucken konnten, statt es gespritzt zu bekommen. 1963 kam das Unternehmen zu Sandoz. Der Name Biochemie verschwand, die Produktion blieb am selben Ort.
Neben Kundl ist Sandoz in Österreich in Schaftenau bei Kufstein und in Wien vertreten und zählt zu den größten privaten Arbeitgebern Tirols. Wie sich die rund 2.700 Beschäftigten genau auf die drei Orte verteilen, weist das Unternehmen öffentlich nicht aus.
Seit Oktober 2023 gehört Sandoz nicht mehr zu Novartis, sondern ist eine eigenständige, an der Schweizer Börse notierte Gruppe mit rund 20.000 Beschäftigten weltweit. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete sie einen Nettoumsatz von über 11 Milliarden US-Dollar, getragen vor allem vom wachsenden Biosimilar-Geschäft. Nach Kundl flossen zuletzt rund 200 Millionen Euro in neue Technologie für die großtechnische Herstellung von Penicillin-Wirkstoffen. Das Werk ist also kein Auslaufmodell, sondern ein Ort, in den investiert wird.
Die Berufsbilder ergeben sich aus dem, was hier tatsächlich passiert. Chemieverfahrenstechnikerinnen fahren die Fermentations- und Wirkstoffanlagen, Labortechniker prüfen jede Charge, bevor sie freigegeben wird, Mechatroniker und Elektrotechnikerinnen halten die Anlagen am Laufen. Ausbildung hat in Kundl lange Tradition. Im Herbst 2024 begannen 29 Jugendliche ihre Lehre, insgesamt lernten 64 Lehrlinge in sechs Lehrberufen im Betrieb. Seit 1954 sind daraus mehr als 1.500 Fachkräfte hervorgegangen.
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Hauptstandort
Biochemiestraße 10
6250 Kundl, Österreich
Recruiting-Team
