

Kundmanngasse 21
1030 Wien
Österreich

Fast jede und jeder in Österreich trägt eine e-card im Geldbörsel. Das System dahinter, das den Weg in die Arztpraxis und ins Krankenhaus erst öffnet, läuft beim Dachverband der Sozialversicherungsträger in Wien zusammen. Hier wird abgestimmt, was die fünf österreichischen Sozialversicherungsträger gemeinsam betrifft.
Der Dachverband ist die zentrale Klammer über den fünf Trägern der österreichischen Sozialversicherung. Die Österreichische Gesundheitskasse versichert den Großteil der Bevölkerung in der Krankenversicherung, die Pensionsversicherungsanstalt zahlt die Alterspensionen, die AUVA kümmert sich um Arbeitsunfälle. Dazu kommen die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen und die BVAEB für öffentlich Bedienstete, Eisenbahnen und Bergbau. Der Dachverband selbst behandelt niemanden und zahlt keine Pension aus. Seine Aufgabe ist eine andere. Er sorgt dafür, dass die Träger nach einheitlichen Regeln arbeiten, beschließt trägerübergreifende Richtlinien und betreibt die gemeinsame Infrastruktur, allen voran das e-card-System.
Die Wurzeln reichen weit zurück. Schon 1948 entstand der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger; seit der Reform am 1. Jänner 2020 trägt die Einrichtung den Namen Dachverband. Sie ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit Sitz in der Kundmanngasse im dritten Wiener Gemeindebezirk. Geführt wird sie über die Selbstverwaltung: Die Konferenz der Sozialversicherungsträger fasst die Beschlüsse, das laufende Geschäft leitet ein Büro unter Büroleiter Jan Pazourek.
Wer hier arbeitet, arbeitet an Themen, die das halbe Land berühren. Die Bandbreite ist groß. In der Abteilung für Innovation in der medizinischen Versorgung und bei Arzneimitteln wird beurteilt, welche neuen Behandlungen und digitalen Gesundheitsanwendungen ins System kommen. An anderer Stelle übersetzen Fachleute die europäischen Vorgaben zum European Health Data Space in österreichisches Recht. Juristinnen, Mediziner, Pharmazeutinnen, IT-Leute und Gesundheitsökonomen sitzen hier oft am selben Tisch. Als öffentlich-rechtliche Einrichtung steht der Dachverband auf einem gesetzlichen Fundament; die Arbeit fällt nicht von Konjunktur zu Konjunktur weg. Stellen schreibt das Haus laufend aus, für Berufseinsteigerinnen ebenso wie für Leute mit langer Erfahrung. Wie viele Menschen im Büro des Dachverbands genau beschäftigt sind, weist die Organisation öffentlich nicht prominent aus. Eines verbindet ihre Arbeit: Entscheidungen, die hier fallen, wirken bis in jede Ordination, in der eine e-card über das Lesegerät gezogen wird.
Kundmanngasse 21
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