

Technologiestraße 5
4481 Asten
Österreich

In Asten bei Linz sitzen Pflegekräfte, Psychologinnen, Sozialarbeiter und Fachärzte an einem Tisch und arbeiten an derselben Frage: Wie wird aus einem Menschen, der im Zustand einer schweren psychischen Erkrankung straffällig wurde, jemand, der wieder ohne Gefahr für andere leben kann? Das Forensisch-therapeutische Zentrum Asten ist die zweite Einrichtung dieser Art in Österreich. Wer hier anfängt, kommt nicht in ein klassisches Gefängnis. Im Mittelpunkt steht die Behandlung, nicht die Strafe.
Das Zentrum entstand 2010 auf dem Gelände einer früheren Außenstelle der Justizanstalt Linz, am Anfang mit 91 Betten. Danach wuchs es in Etappen. 2015 standen 153 Plätze zur Verfügung, ab Sommer 2017 wurden erstmals auch Frauen aufgenommen. Heute, nach dem Ausbau von 2023, bietet die Einrichtung Raum für rund 300 untergebrachte Personen in 18 offen gestalteten Wohngruppen mit Einzel- und Doppelzimmern. Vier dieser Wohngruppen stehen Frauen offen.
Getragen wird das Zentrum vom Bund. Es gehört zum Ressort des Justizministeriums und ist seit Anfang 2019 eine eigenständige Dienststelle, vorher war es der Justizanstalt Linz angegliedert. Untergebracht sind Menschen, die eine Tat im Zustand einer schweren psychischen Störung begangen haben und deshalb als nicht oder vermindert zurechnungsfähig gelten. Die Arbeit folgt einem klaren Bogen. Therapie, Pflege und Betreuung sollen die Gefährlichkeit verringern, die zur Unterbringung geführt hat, die Krankheitseinsicht stärken und die Patientinnen und Patienten so weit bringen, dass ein Gericht über die bedingte Entlassung entscheiden kann.
Das verlangt viele Hände und viele Berufe. In den Wohngruppen arbeiten diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen mit psychiatrischer Ausrichtung, dazu Sozialarbeiter, Ergotherapeutinnen, klinische Psychologen und Fachärzte für Psychiatrie. Einen großen Teil dieses Fachpersonals stellt die Justizbetreuungsagentur, eine Einrichtung des Bundes, die Gesundheits- und Sozialberufe für den Strafvollzug einstellt. Daneben sucht sie etwa Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und Sozialpädagogen.
Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das ein paar handfeste Dinge. Der Dienstgeber ist der Staat, das macht die Stelle krisenfest. Die Aufgaben sind breit angelegt: Wer in der Pflege beginnt, arbeitet eng mit Therapie, Sozialarbeit und Medizin zusammen, statt allein auf einer Station zu stehen. Und jeder Behandlungsschritt hat ein Ziel, das über den Arbeitstag hinausreicht. Wie viele Menschen hier insgesamt beschäftigt sind, gibt die Justiz öffentlich nicht an. Das Zentrum liegt an der Technologiestraße in Asten, wenige Kilometer von Linz, und ist rund um die Uhr besetzt.
Technologiestraße 5
4481 Asten
Österreich